Teil 1: Die Schlüsselfrage: Wie passiert Veränderung?

Mit dieser Blogreihe möchte ich dir praktisches und theoretisches Wissen über Erfolgsfaktoren für deine berufliche Veränderung nahebringen.

  • Du wirst erfahren, wie lange solche Prozesse durchschnittlich dauern und damit deine eigenen Erfahrungen realistischer und auch optimistischer einordnen können.
  • Du wirst wirkungsvolle Strategien kennenlernen, mit denen du selbstbestimmt und zielorientiert neue berufliche Möglichkeiten für dich erschließen kannst.
  • Du wirst herausfinden, welche Voraussetzungen du dir schaffen kannst, damit es dir leichter fällt, schwierige Entscheidungen zu treffen.
  • Du wirst auch erfahren, welche Faktoren eine selbstbestimmte berufliche Veränderung verhindern – und damit, wie du sie umgehen kannst.

Klingt doch gut, oder? Dann legen wir mal los!

 

„So wie es jetzt ist, will oder kann ich nicht weiterarbeiten. Aber woher soll ich wissen, was ich sonst noch arbeiten könnte? Und selbst, wenn ich eine Idee hätte, wie kann ich wissen, ob es die richtige Entscheidung wäre, dieser Idee zu folgen?“

 

So oder so ähnlich klingt ein Mensch, der sich, zunächst noch zaghaft, der Möglichkeit der eigenen beruflichen Veränderung stellt. Der Gedanke, dass die momentane Arbeits- und Lebenssituation veränderbar ist, ist der erste notwendige Schritt, um überhaupt eine Veränderung herbeizuführen.

 

Die Fragen, die in dem fiktiven Zitat anklingen, sind eher die Regel als die Ausnahme. Kaum jemand hat von Anfang an einen klaren Plan aller Schritte, die zu einem wohldefinierten Ziel führen. Und die wenigen, die einen solchen Plan haben, können diesen entweder aufgrund sich ständig ändernder Bedingungen nicht eins zu eins umsetzen – oder sie ändern auf halber Strecke das Ziel. (Was völlig okay ist.)

 

Der allererste Schritt besteht also aus einem Bewusstwerden über einen Veränderungswunsch. Eine berufliche Veränderung bedeutet häufig materielle Unsicherheit und Risiko (Verlust des jetzigen Jobs und Arbeitsumfelds, finanzielle Einbußen) und ist bei vielen Menschen mit inneren Unsicherheiten, Zweifeln, und Ängsten behaftet. Hinzu kommt die Frage, wie eine möglichst gute Passung zwischen eigenen Bedürfnissen, Fähigkeiten und Persönlichkeit einerseits und den Bedürfnissen und der Kultur eines neuen Arbeitgebers oder Berufsfeldes andererseits erreicht werden kann. Wie findet man solche Berufsfelder und Tätigkeiten? Wo gibt es diese perfekten Arbeitgeber? Woher weiß man überhaupt, was das Richtige ist?

 

Die Organizational-Behavior-Professorin Herminia Ibarra (derzeit an der London Business School) ist in ihrem Buch Working Identity – Unconventional Strategies for Reinventing Your Career der Frage nachgegangen, wie genau Menschen ihre Karrieren wechseln. Wie passiert berufliche Veränderung? Was sind die Wirkfaktoren? Gibt es Phasen und wenn ja, welche? Was sind die Gemeinsamkeiten erfolgreicher Veränderungen? Was hindert Menschen gegebenenfalls daran, ihren Veränderungswunsch umzusetzen?

 

Ibarra schreibt erzählend und gleichzeitig methodisch und theoretisch fundiert. Sie distanziert sich deutlich von gängigen Herangehensweisen in Karrierecoachings und -beratungen – doch dazu später mehr. Was ihr Buch so wertvoll macht, ist ihre wissenschaftlich-unparteiische Beobachtung. Sie hängt keiner bestimmten Beraterschule an, verfolgt keinen Trend, muss keinen konkreten Ansatz verteidigen.

 

Das Buch ist das Ergebnis von 39 ausführlichen Interviews und zahlreichen weiteren Interviews mit Menschen in verschiedenen Veränderungsphasen. Einige waren mitten drin im Karrierewechsel, andere fingen gerade an, mit der Möglichkeit zu spielen, wieder andere hatten den Wandel bereits hinter sich. Einige Interviews beleuchteten den Prozess der Veränderung also retrospektiv. In vielen Fällen verfolgte die Autorin eine Person über mehrere Jahre hinweg. Durchschnittlich drei Interviews führte Ibarra mit jeder Person über einen Zeitraum von zwei Jahren.

 

Die interviewten Personen waren zwischen 32 und 51 Jahre alt und hatten allesamt so viel Berufserfahrung und Selbstkenntnis, dass für sie viel auf dem Spiel stand. Die beruflichen Hintergründe der befragten Personen umfassen Beratung, Banking, Web Entrepreneurship, Recht, Gesundheitswesen, Bildung und IT. Ibarra bildet also eine recht große Bandbreite ab, wobei fast alle Interviewten in einer mittleren oder höheren Management-/Entscheidungsfunktion tätig waren.

 

Die Ergebnisse dieser Interviews sind also besonders spannend für jene, die bereits ein Stück ihrer beruflichen Laufbahn hinter sich haben und damit auch ein berufliches Selbstbild entwickelt haben, das in der Regel einen wesentlichen Teil der eigenen Identität ausmacht. Ich selbst bin überzeugt, dass auch Menschen, die mindestens fünf Jahre lang studiert haben oder bereits promovieren oder in der Postdoc-Phase sind, ganz ähnliche Fragestellungen und Hindernisse haben wie die Menschen, mit denen Ibarra gesprochen hat. Aus diesem Grund ist das Buch auch für diese Zielgruppe eine echte Schatzkammer.

 

Weil nicht jede*r die Zeit oder Lust hat, neben Dokorarbeit und Job ein Buch über Karrierewandel zu lesen, werde ich die wichtigsten Erkenntnisse in dieser Blogreihe zusammenfassen und mich dabei an den Kapiteln des Buchs orientieren:

 

In Teil 2-4 geht es um die Phasen der Veränderung.

 

Teil 2: Mögliche Identitäten

Teil 3: Zwischen Identitäten

Teil 4: Tiefer Wandel

 

In Teil 5-7 werden praktische Strategien entworfen.

 

Teil 5: Experimente entwerfen

Teil 6: Soziale Umgebung wechseln

Teil 7: Sinn herstellen

 

Im letzten Teil werden die Strategien und hilfreiches Hintergrundwissen zusammengefasst.

 

Teil 8: (Wieder) Du selbst werden

 

Im nächsten Teil dieser Blogreihe geht es also um die Möglichkeit verschiedener Identitäten. Das ist nicht nur theoretisch reizvoll, sondern hat auch einen ganz konkreten praktischen Nutzen für die Planung der nächsten Schritte.

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