„Gibt es nicht so etwas wie eine Übersicht, was Geisteswissenschaftler*innen nach ihrem Studium oder ihrer Promotion so machen?“

 

Diesen Wunsch nach einem Katalog, in dem sich sämtliche verfügbare Berufe und Organisationen befinden, für die Geisteswissenschaftler*innen gefragt sind, höre ich immer wieder. Gerade habe ich gedacht, es müsste so etwas wie Tinder für Geisteswissenschaftler*innen-Berufe geben. Wie komfortabel wäre das denn!

 

Fein wäre es auch, wenn es Tinder nicht nur für Geistes-, sondern auch für Sozialwissenschaftler*innen, Molekulargenetiker*innen und überhaupt sämtliche Fachabsolvent*innen gäbe, die aus der Wissenschaft aussteigen wollen, aber nicht so recht wissen, wohin sonst.

 

Leider gibt es Tinder für Geistes- (oder andere)-wissenschaftler*innen (noch) nicht.

 

Was also tun?

 

Die gängige Herangehensweise besteht darin, Stellenanzeigen zu durchforsten, um zu schauen, was der Markt so hergibt. Das ist prima, um sich eine Übersicht über die ausgeschriebenen Stellen zu verschaffen. Es gibt auch wirklich empfehlenswerte Stellenportale mit allen nur denkbaren Spezialisierungen. Für Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen im Raum Berlin beispielsweise sind Gesines Jobtipps mittlerweile kein Geheimtipp mehr, und nach wie vor von ausgezeichneter Qualität.

 

Das Problem dabei ist, dass nur etwa ein Drittel aller verfügbaren Stellen auch ausgeschrieben sind. Die restlichen zwei Drittel bekommen die meisten Jobsuchenden nie zu Gesicht, weil sie entweder nur intern oder gar nicht ausgeschrieben sind.

 

Aber wie kommt man da ran?

 

Probier es mal so:

 

  1. Mach dir eine Liste mit mindestens drei verschiedenen (Berufs-)Identitäten von dir, die dir jetzt im Moment alle attraktiv erscheinen. Es macht nichts, wenn diese Identitäten oder Versionen von dir im Moment noch sehr vage und unkonkret sind. Schreib dir ein paar Stichpunkte zu jeder Version auf.
  2. Für jede einzelne Version nimmst du dir ein neues Blatt Papier, schreibst die Kernbegriffe in die Mitte, und ziehst einen Kreis drumherum. Das ist der Ausgangspunkt deiner Kontakte-Mindmap. Nun schreibst du alle Menschen auf, die bereits in diesem Bereich arbeiten oder zumindest so etwas ähnliches machen oder aber die jemanden kennen (könnten), der*die in diesem Bereich arbeitet.
  3. Wenn dir partout niemand einfällt, dann frage a) in deinem Freundes- und Bekanntenkreis und beginne b) damit, deine Netzwerke (LinkedIn, Facebook, Alumni-Treffen, Klassentreffen, AStA-Versammlungen) aktiv zu nutzen, um genau solche Menschen zu finden.
  4. Kontaktiere diese Menschen. Per E-Mail, Telefon, persönlich. Triff dich mit ihnen. Stell ihnen alle Fragen, die dich in Bezug auf die jeweilige Berufsversion von dir beschäftigen. In diesem Artikel erfährst du, wie so ein Gespräch konkret ablaufen kann.
  5. Konzipiere kleine Tests, die es dir ermöglichen, diejenigen beruflichen Identitäten „auszuprobieren“, die dir auch nach den Gesprächen noch spannend vorkommen. Was können solche Tests sein? Hospitationen, freie Mitarbeit, Bewerbungsgespräche, Praktika, Onlilne-Veröffentlichungen zu relevanten Themen, die dir den Kontakt zu deiner neuen „Peergroup“ erleichtern… Es gibt super viele Möglichkeiten. Das Wichtige hier: Fang möglichst klein an. Du willst nicht drei Monate in ein un- oder unterbezahltes Praktikum investieren, nur um dann festzustellen, dass es sinnlos war und dir nicht weiterhilft. Oder?
  6. Nimm dir für Schritt 4 und 5 ausreichend Zeit. Sechs Monate mindestens.
  7. In dieser Zeit – ausreichend Tests und Gespräche vorausgesetzt – wirst du viele neue Menschen kennenlernen. Bisher unbekannte Türen werden sich öffnen. Ungeahnte Chancen werden sich auftun. Die Frage „Welche Fähigkeiten, die ich habe, werden denn auf dem Arbeitsmarkt gesucht?“ wird nach und nach ersetzt werden durch die Frage: „Mit welchen meiner Fähigkeiten möchte ich mich denn wo einbringen?“

 

Diese Herangehensweise setzt auf Ausprobieren, Experimentieren und Spielen. Mut brauchst du dafür. Und Neugier. Der Lohn dafür ist größer, als du dir vorstellen kannst. Und wahrscheinlich auch größer, als wenn es Tinder für Geisteswissenschaftler*innen wirklich gäbe und du das nutzen würdest.

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