Wissenschaftsmanagement?
Unternehmensberatung? Lektorat? Wissenschaftskommunikation? Social Startup?

Wofür sollte sich
meine Kursteilnehmerin entscheiden? Gerade hatte sie die eine schwere
Entscheidung gefällt: Raus aus der Uni, Abschied von der Aussicht auf eine
Professur. Eigentlich fühlte sich diese Entscheidung gut an. Es war befreiend,
das überhaupt denken zu dürfen, nachdem sie ihr ganzes erwachsenes Leben auf
dieses eine Ziel hingearbeitet hatte. Und gleichzeitig war es schwer, diesen
Schwebezustand des Nicht-Wissens, was die nächste berufliche Station sein
würde, auszuhalten.

Meine Kursteilnehmerin, nennen wir sie Antonia, grübelte nicht lange. Sie ist ein offener, neugieriger Mensch. Gleichermaßen anspruchsvoll wie engagiert und begeisterungsfähig. Es gab viele Berufsfelder, die ihr Interesse erregten. Nur was tun mit all diesen Möglichkeiten? Überall mal ein Praktikum zu machen, um reinzuschnuppern, war ausgeschlossen. Dafür hatte sie als in mehr als Vollzeit arbeitende Mutter keine Zeit. Davon abgesehen, wäre es auch strategisch kein sinnvoller Schritt gewesen.

Was machte sie
also?

Sie sammelte die Berufsfelder, die sie interessierten. Es waren zehn. Dann überlegte sie, wen sie alles kannte, der oder die in diesen Berufsfeldern tätig war. Sie schrieb die Namen auf. Sie fragte alle ihre Freund*innen und Bekannten, ob die welche kannten… Auf diese Weise gelang es ihr, innerhalb von drei, vier Monaten mit drei Menschen aus jedem Berufsfeld zu sprechen.

Fragen, die sie
stellte:

  • Wie
    sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?
  • Wie
    glücklich bist du mit deiner Arbeit?
  • Was
    gefällt dir? Was nicht?
  • Welche
    Rolle spielen Anerkennung, Verantwortung und Wertschätzung in deiner
    Organisation?
  • Wie war
    dein Weg bis hierher? (Brauchtest du bestimmte Qualifikationen?)
  • Wie
    sehen die Entwicklungsmöglichkeiten aus?
  • Wie
    sind die Arbeitsbedingungen? (Arbeitszeiten, Home Office, Be-/Entfristung,
    Vollzeit-/Teilzeitmodelle, Weiterbildungen, …)
  • Was
    sind typische Einstiegsgehälter für Menschen mit meiner Qualifikation?
  • Wen
    kennst du noch, der oder die in deinem Feld arbeitet? Wohin kann ich mich
    wenden, um noch mehr Menschen mit ähnlichen beruflichen Aufgaben zu treffen?

Innerhalb kurzer
Zeit konnte sie dank dieser Gespräche das Berufsfeld Unternehmensberatung für
sich ausschließen, weil die Arbeitskultur, von denen ihre
Gesprächspartner*innen berichteten, nicht ihren eigenen Bedürfnissen entsprach.

Dank dieser
Gespräche traf sie auf eine Wissenschaftsmanagerin, die ihr den Weg zu einer
Konferenz wies, wo sich die Wissenschaftsmanager*innen tummeln. Auf dieser
Konferenz traf sie wiederum eine Wissenschaftsmanagerin, mit der sie sich sehr
angeregt über Vor- und Nachteile verschiedener E-Learning-Software unterhielten,
mit denen sie in ihren Arbeitskontexten Erfahrung gesammelt hatten. Die
Wissenschaftsmanagerin berichtete von einer Stellenanzeige für eine E-Learning-Koordinatorin
an ihrem Institut, die gerade gestern abgelaufen sei. Ob Antonia sich
vielleicht noch dafür bewerben wolle? Sie würde perfekt auf die Stelle passen
und die Wissenschaftsmanagerin würde sicherstellen, dass Antonias Bewerbung
noch berücksichtigt würde.

Sie hielt ihr
Versprechen. Antonia arbeitet heute im Wissenschaftsmanagement als Projektkoordinatorin.
Die Entscheidung war gut. Das Arbeitsumfeld gefällt ihr. Die Arbeitsbedingungen
erlauben ihr, sich eine nebenberufliche Existenz als Coach und Mediatorin
aufzubauen. Es war ein Schritt in die richtige Richtung.

Wenn du in einer ähnlichen Situation wie Antonia steckst, warum packst du es nicht genauso an? Es ist spannend, neue Menschen kennenzulernen. Du bekommst schnell Feedback. (Anders als wenn du all deine Energie auf das Versenden von Bewerbungen konzentrierst.) Du lernst innerhalb kurzer Zeit von den Erfahrungen anderer Menschen und kommst anhand deiner Resonanz auf ihre Erzählungen deiner eigenen Entscheidung Stück für Stück näher.

Das, was Antonia da machte, nennen Menschen, die mit dem Design Thinking-Ansatz arbeiten: Prototyping Conversations. Der Ansatz, der ursprünglich entwickelt wurde, um Innovation in Unternehmen voranzutreiben, findet heute mehr und mehr Anklang in der strukturierten und gleichzeitig spielerischen Gestaltung des eigenen Lebens. Bill Burnett und Dave Evans schreiben darüber unterhaltsam und informativ in ihrem Buch Designing Your Life.

 

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