„Liebe Frau Schneeberg, hätten Sie Interesse, für unser Marketing einen kleinen Text zu schreiben? Etwas in der Art von 5 Karrieretipps von Dr. Ulrike Schneeberg?“ fragte mich die freundliche Referentin der Dahlem Research School im Oktober 2018. „Das würden wir dann auf unseren Social Media Kanälen posten und damit unter anderem Werbung für Ihre nächste Veranstaltung bei uns machen.“

Was für eine tolle Gelegenheit, dachte ich, und sagte sofort zu. Schreiben – das kann ich gut. Na ja, zumindest mache ich es sehr gern. Seriöse Links, die auf meine Webseite führen, finde ich auch immer gut. Und na klar, geschmeichelt gefühlt habe ich mich auch.

Mit dieser harmlosen Anfrage fing alles an. Ich hatte ja keine Ahnung, wohin sie führen sollte.

Zwei Wochen später fragte mich die Referentin: „Wir überlegen mitterweile, ob wir nicht einen Erklärfilm aus dem Text machen wollen. Wären Sie damit einverstanden?“

Wow! dachte ich. Sogar einen Film wollen sie daraus machen. Animierte Erklärfilme finde ich total toll. Außerdem sind Filme suchmaschinentechnisch natürlich super.

Noch eine Woche später fragte mich die Referentin: „Könnten Sie sich vorstellen, selbst in dem Film mitzuspielen? Den Text also selbst zu sprechen? Oder eine Art Interviewsituation zu spielen?“

Ich musste schlucken. Denn wenn ich eins nicht habe, dann ist das schauspielerische Begabung. Okay, ich bin auch in vielen anderen Dingen schlecht, aber man sollte es ja nicht übertreiben mit der Zurschaustellung der eigenen Schwächen. Meine schauspielerische Unbegabung habe ich nämlich mit diesem Filmchen ausführlich genug zur Schau gestellt.

Denn obwohl ich bereits zum Zeitpunkt der Frage wusste, dass die Schauspielerei ganz sicher nicht zu meinen beruflichen Zukunftsperspektiven zählte, sagte ich zu. Meine Lust auf Neues und Herausforderung hat bisher noch immer meine Angst vor Blamage besiegt.

So kam es, dass Ende November ein vierköpfiges Filmteam zu mir nach Hause kam (Regisseurin, Kamerafrau, Tonfrau und Makeup Artist) und 8 STUNDEN lang blieb. Die Regisseurin hatte mit meinem extrem stark gekürzten Text als Grundlage ein sehr witziges Drehbuch entworfen. Nun ging es „nur“ noch darum, das Ganze flott und luftig vor die Kamera zu bringen. Die Monsteranimationen würden dann später hinzugefügt werden.

Mit dem Schminken ging es los. Normalerweise trage ich nie Makeup. Man versicherte mir, es sähe ganz natürlich aus. Wirklich! Im Spiegel blickte mir ein fremdes Gesicht entgegen. Aber wer weiß, sagte ich mir, mit dem vielen künstlichen Licht – vielleicht hebt sich das gegenseitig auf. Die Filmleute werden schon wissen, wovon sie reden. Außerdem sind sie wirklich nett, also vertraute ich ihnen.

Nach zahllosen Versuchen, die Scheinwerfer perfekt auszurichten, ging es los mit dem Dreh. Natürlich fingen wir bei irgendeiner Szene mittendrin an, wiederholten die 10-15 mal, und fuhren dann kontinuierlich achronologisch fort.

Boah! Was für ein Knochenjob. Nach einer Stunde war ich fix und fertig und völlig durchgeschwitzt. Sieht man das eigentlich im Film? Ich muss gestehen, ich habe ihn mir nur einmal angesehen, weil ich es ziemlich schwer auszuhalten finde, mich selbst so fremd zu sehen.

Warum ich mich trotzdem dazu entschieden habe, diesen Film online zu stellen? Weil ich das Drehbuch nach wie vor sehr witzig finde und den Film gut gemacht. Für mein fehlendes Schauspieltalent kann ja niemand was. Außerdem habe ich sehr viel gelernt aus diesem Projekt:

  1. Nie wieder einen „gestellten“ Film drehen! Das meine ich, wie gesagt, nicht als Kritik an der Filmagentur, sondern als Erkenntnis für mich. Ich habe keine Angst, vor der Kamera zu stehen, aber ich glaube, wenn ich einfach so sprechen kann, wie ich spreche, dann wirke ich eher so, wie ich mich selbst auch im echten Leben erlebe.
  2. Gerne wieder einen Erklärfilm machen – aber dann bitte nur mit Animation, oder eben Profi-Schauspieler*innen.
  3. Mein Ego hat sich mit aller Wucht gemeldet und rebelliert gegen die Vorstellung, diese „künstliche“ Version von mir ins Netz zu stellen. Viele Ängste waren (und sind) damit verknüpft: Was, wenn andere mich in dem Film genauso blöd finden wie ich mich selbst? Was, wenn ich damit sogar potenzielle Auftraggeber*innen vergraule? Was, wenn Leute denken, ich wäre wirklich so wie in diesem Film? – Diesen Ängsten, diesen kleinen fiesen Monstern, möchte ich mich stellen. Ich möchte sie, indem ich diesen Film zeige, ganz herzlich zum Tee einladen und sie kennenlernen.

Es sieht also ganz so aus, als würde ich mit diesem Film auch weiterhin noch viel über mich lernen können. Allein dafür hat sich das Projekt mehr als gelohnt.

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